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Hallo Blogger, mein Name ist Isa und ich schreibe an einer Geschichte. Mit diesem Blog wage ich den Versuch alle daran teilhaben zu lassen, die dies wuenschen. Jede Woche werde ich ein Kapitel uploaden und ich bin sehr gespannt auf Eure Reaktionen. Schreibt mir, was Euch gefaellt und was eher weniger. Ich bin dankbar fuer jeden Kommentar und Kritikpunkt. Viel Spass beim Lesen, Eure I.H.Bellafonte

Alter: 23
 



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Eleonore

Das rote Haar leuchtete im Dunkel und die langen Locken wehten hinter ihr im Wind, den sie selbst erzeugte, durch die ungeheure Schnelligkeit ihrer Bewegungen. Er sah sie kommen und versuchte auszuweichen, doch er hatte keine Chance. Der Graf hatte den Zenit seines Lebens längst überschritten und der beträchtliche Umfang seines Bauches erstickte die Hoffnung auf eine schnelle Ausweichbewegung schon im Keim. Das silberne Messer traf ihn an der rechten Seite seines Halses, genau dort, wo die Haut am dünnsten war. Und sofort bildete sich ein warmer Wasserfall aus seinem Blut und durchnässte seinen von Goldfäden durchzogenen Wams.




Bild: CF

Lasst Euch einladen, die Story hinter diesem Bild kennen zu lernen. Werdet Teil dieser spannenden Geschichte, die noch im Entstehen ist und zu der Ihr Euren Teil beisteuern könnt.

Ganz einfach: In regelmäßigen Abständen lade ich ein neues Kapitel hoch. Teilt mir mit, was Euch gefällt und was Ihr abändern würdet und verpasst keinen Teil dieser Geschichte, die Euch nicht mehr loslassen wird.
6.11.14 19:18


Kapitel 1 - Fortsetzung

Und sofort bildete sich ein warmer Wasserfall aus seinem Blut und durchnässte seinen von Goldfäden durchzogenen Wams. Sein Herz pumpte immer weiter den roten Saft durch die Adern seines Körpers und leider auch durch den winzigen Schnitt in seiner rechten Halsschlagader hinaus, wo es einen Latz unter seinem Kinn bildete, wie Kleinkinder sie beim Essen tragen. Dort trocknete es schnell zu kleinen, dunklen Klümpchen und verbreitete diesen typischen Geruch, der schwach an Eisen erinnert. Doch keiner war da, um den Geruch wahrzunehmen, denn der kleine dickliche Mann hatte schon in der Sekunde des Schnittes sein Bewusstsein verloren und nicht mehr gespürt, wie er nach vorne kippte und mit dem Gesicht zuerst auf den kalten, harten Boden aufschlug und sich dabei die Nase brach. Es war allerdings auch nicht mehr von Belang für ihn, denn er würde seine Nase niemals mehr zum Atmen gebrauchen, da er unlängst hinüber glitt in die andere Welt, aus der es kein Zurück mehr gab. Von ihm abgesehen war das Zimmer leer, denn die junge Frau, mit dem rot gelockten Haar, hatte nicht lange gezögert und war sofort nach dem Angriff aus dem Fenster gestürmt und in der Dunkelheit der Nacht verschwunden. Sie musste die letzten zuckenden Bewegungen der Gliedmaßen und den Todeskampf ihres Opfers nicht mit ansehen, denn dies war nicht ihr erster Mord und würde auch nicht ihr letzter sein, wenn es nach ihr und ihren Auftraggebern ging. Schließlich war dies ihre Arbeit, wie andere Getreide ernten und zu Mehl mahlen und andere daraus Brot backen, so war sie zur Stelle, wenn die Nacht anbrach und die letzten Minuten eines Menschenlebens zu Ende gehen sollten. Dieser Mann war einer der wenigen Glückseligen gewesen, denen sich die Frau, die manche noch als Mädchen bezeichnet hätten, gezeigt hatte. Sie hatte dem alten Narren die Möglichkeit gegeben seinem Tod ins Auge zu blicken und möglicherweise seine Vergehen zu bereuen. Den meisten anderen war dies nicht vergönnt. Sie verspürten nur einen kleinen Schmerz und kurz darauf brachen sie zusammen. Dann starben sie, ohne die geringste Ahnung, was soeben mit ihnen geschehen war. Doch die junge Frau war gelangweilt. Dies war nun schon der dritte Mann in drei Tagen und die ersten beiden Morde waren so reibungslos verlaufen, dass sie zumindest beim dritten ein wenig Spaß verdient hatte. Wie genoss sie es doch, den erschrockenen Blick eines Menschen zu sehen, der schon ahnte, dass seine letzte Stunde angebrochen war. Beinahe konnte sie die Angst ihrer Opfer in der Luft schmecken, wie andere Menschen frische Kräuter in ihrem Garten an einem heißen Sommertag. Vielleicht machte gerade diese Begierde, nach der Furcht in den Augen ihres Opfers, sie zu der Besten in ihrem Geschäft. Ihre ungewöhnlichen Reflexe und die Schnelligkeit und Anmut mit der sie sich dabei bewegte trugen sicherlich auch ihren Teil dazu bei. Sogar ihr Lehrmeister Hug, der sie seit ihren ersten Tagen im Dienste des Königs kannte, bestaunte oftmals ihre Kampfkunst und das erfüllte die junge Frau mit Stolz, denn der alte Meister war einst selbst einer jener Männer gewesen, an dessen Seite man ohne Angst und Furcht jeder gefahrvollen Aufgabe gestellt hätte. Heute Nacht hatte die Lust sie wieder einmal überkommen. Sie hatte den Angstschweiß riechen und den entsetzen Blick ihres Opfers sehen wollen. In der Furcht anderer konnte sie sich suhlen, wie ein Wildschwein in der Schlammgrube und für dieses zügellose Vergnügen ging sie sogar das Risiko ein, gesehen zu werden. Es war ein Spiel, wie das ganze Leben und der Einsatz war hoch. Er betrug ihr Leben. Aber sei es drum, dachte die junge Frau, der Graf würde keinem Menschen mehr von seinem letzten kurzen Abenteuer berichten können. Aber der Blutdurst der jungen Frau war nicht gestillt. In den dunklen Tiefen ihrer Augen war noch immer die unbändige Gier nach frischem Blut und Tod zu sehen. Sie erlosch niemals. Selbst ihre Träume waren durchzogen von aberwitzigen Fantasien des Todes und des Leids anderer. Dies alles ging der jungen Frau durch den Kopf, als sie durch den Wald davon rannte, so leise, dass nicht mal die aufmerksamsten Tiere sie wahrnehmen konnten. Mit leisen Schritten, große Blattanhäufungen vermeidend, schlich sie durch den herbstlichen Wald. Die bunten Blätter waren freilich nicht zu sehen, denn es war Nacht und selbst das helle Mondlicht des zunehmenden Mondes ließ die Farbenpracht des Tages nur erahnen. Nicht, dass die junge Frau darauf geachtet hätte. Sie war in Gedanken versunken, wie die meiste Zeit ihrer vielen Reisen und eben dachte sie an Hug. Den alten Meister, der ihr all ihre Fertigkeiten beigebracht hatte. Wenn es einen Menschen gab, dem sie dankbar war, so war er es. Die ersten Strahlen der Sonne streiften schon die obersten Äste der Bäume als sie endlich an einer kleinen Hütte, nicht größer als einem Stall, mitten im Wald ankam und sich erschöpft, aber zufrieden auf einem Bett schlafen legte, das nicht viel mehr als ein Strohhaufen war. Trotzdem versank sie sofort in der Dunkelheit hinter ihren Lidern und ihr Schlaf war traumlos. Als sie die Augen öffnete legte sich schon die nächste Dämmerung über das fremde Land. In das Rot des Sonnenuntergangs mischte sich ein kaltes Blau und tauchte das Land in ein Meer aus trostlosen Farben. Es war kalt geworden und bald würde es Winter werden. Rotbraune Kastanien, gelbe Eichen und grüne Nadeln von Kiefern entwarfen ein buntes Bild der Ruhe und Schönheit, das mitleidlos den Winter ankündigte. Aber wie in der Nacht zuvor schenkte die junge Frau dem keine Bedeutung. Sie brauchte die Pflanzen nicht, um den Winter nahen zu sehen. Die kleinen Rauchwölkchen, die von ihrem Mund beim Atmen aufstiegen genügten. Außerdem hatte sie wichtigeres zu bedenken. Sie durchdachte bereits den Mord, den sie heute Nacht auszuführen hatte. Doch diesmal musste sie sich an das ernste Antlitz ihres Königs erinnern und den Trieb der Mordlust unterdrücken. Es stand zu viel auf dem Spiel und ihr eigenes Leben war dabei der Einsatz von geringstem Wert. Sie setzte sich auf das harte und unbequeme Bett, in dem sie den ganzen Tag verschlafen hatte und dachte über die Angelegenheit nach. „Ich heiße Eleonore und ich muss die muss die fünf Ratsmitglieder töten. Ich muss die fünf Ratsmitglieder töten und heiße Eleonore.“ Diese Worte hatte sie in den letzten Wochen stundenlang vor sich hergesagt, während sie wie ein Schatten durch das Land gezogen war, auf der Suche nach dem beschaulichen Städtchen, das ihr Hug auf einer vergilbten Karte gezeigt hatte und selbst dann noch, als sie ihren Opfern im Schutz der Nacht schon auflauerte. „Ich heiße Eleonore und ich muss die muss die fünf Ratsmitglieder töten.“ Sie stand auf und schaute aus dem Fenster. „Ich muss rasch handeln, bevor der Winter anbricht und Schnee fällt, sonst muss ich die kalte Jahreszeit hier verbringen.“ Und das wollte sie ganz und gar nicht. Der Schnee würde hier oben, so weit im Norden eher fallen, als in ihrer Heimat und aus Erfahrung wusste sie, dass es gefährlicher wurde, je länger sie sich an dem Ort des Verbrechens aufhielt. Die Stadtwache würde nach einem Täter suchen und irgendwann würde Eleonore auch ihre unauffällige Gestalt keinen Schutz mehr bieten. "Egal was geschieht, ihr werdet mich nicht lebend fassen", sagte Eleonore und ihre Stimme klang eisig. Das war Hugs Ratschlag gewesen und er hatte, wie immer, recht gesprochen. Bei einer Ergreifung war der Tod Gewissheit, aber vorher stand ihr ein langer und qualvoller Aufenthalt in den Tiefen der Burg bevor, in denen sie jedes Geheimnis ihres Vaterlandes preisgeben würde. "Aber sie werden dich vielleicht nicht verstehen", hatte Hug gesagt und müde gelächelt, "Zwischen deinen Schreien werden die Worte untergehen." "Ich werde nicht schreien", hatte Eleonore geantwortet und zu den Lehrlingen gesehen, die das gleiche Handwerk erlernten, wie sie selbst vor so vielen Jahren. Sie kämpften mit Holzschwertern, übten sich im Anschleichen und schossen mit Bogen aus Zedernholz. Es waren ausschließlich Jungen. Hug hatte sie töricht genannt und Eleonore hatte dem Meister nicht widersprochen. Das hatte sie nie getan, sondern den Kopf gesenkt und um Entschuldigung gebeten.
6.11.14 19:55





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